hinter tierberg
überschreitung süd-nord
06.09.21
da die SAC-sektion bern die trifthütte wegen des lawinenniedergangs im januar 2021 ab nächstem jahr nicht mehr öffnen will (unverständlicherweise nicht mal mehr einen winterraum!), verlegen wir die tierberge-überschreitung noch auf dieses jahr.
zustieg:
falls man in der triftbahn einen platz ergattern kann, steigt man von sunnige trift (~1390m) in 4¼h auf landschaftlich äusserst schönem weg in die trifthütte (2521m) auf, wo man von den sehr netten hüttenwartInnen nicole und turi begrüsst wird. T3
doch da die bahn meist bereits bis in den mittag hinein ausgebucht ist, startet man wie wir besser gleich vom schwendili (1020m) ob nessental und erreicht so die bergstation via chäppeli, lindenboden, erggeli und waldboden (~1¼h mehr). T2
route:
während vorder und mittler tierberg zwei unscheinbare gipfel darstellen, besteht der hinter tierberg aus drei markanten, weit auseinander liegenden gipfeln: der abseits gelegene, äusserst einsame südgipfel (3446m); der mittlere gipfel (3444m) (zugleich hauptgipfel, obwohl er je nach quelle ein bis zwei meter tiefer ist als derjenige im süden) ist wohl der meist besuchte (WS ab der trifthütte); während der nördliche gipfel (3419m) hie und da von der tierberglihütte aus erklettert wird. letzterer kann in einer halben stunde vom mittler tierberg (3309m) über den tierbergsattel (3312m) und einfache, aber brüchige felsen erreicht werden.
bei der überschreitung der hinter tierberge wird praktisch ausschliesslich der grat zwischen dem nördlichen und mittleren gipfel überklettert, wahlweise in beide richtungen. wir denken, dass die überschreitung von süden nach norden aufgrund des sehr schönen granits und der anhaltenden kletterei an der südflanke des nordgipfels die schönere variante darstellt.
zunächst gilt es, von der trifthütte aus den mittlerern gipfel zu erreichen. im frühsommer bei guter firnlage könnte man dazu in den undre triftchessel absteigen und über den gletscher und die SW-flanke den höchsten punkt erreichen. im spätsommer steigt man besser gleich hinter der hütte entlang des geologie-weges auf und anschliessend immer links des sich weit hinunter ziehenden arms des westgrates zu den gletscherresten. so erreicht man in einem grossen bogen von links nach rechts die schwachstelle im grat. ein weisser pfeil weist den weg durch die felsen (1 SL IV, sehr gut mit bohrhaken abgesichert). der übergang vom gletscher an die felsen kann je nach verhältnissen etwas lästig sein. nun auf dem oberen gletscher bis an den obersten teil des westgrates und über diesen auf den gipfel. WS, II-III, 3½h
nun beginnt die kletterei über den langegezogenen und gegen die lücke hin wild gezackten kamm. grundsätzlich wird dazu alles entlang des zunächst etwas brüchigen, später immer festeren nordgrates abgestiegen. gegen schluss können ein paar steilaufschwünge auch abseilend überwunden werden, wobei beim ersten bohrhakenstand die plättli entfernt wurden (vermutlich weil er am falschen ort eingerichtet wurde - man seilt einfach am folgenden bohrhaken ab). nach dem überklettern von ein paar türmen erreicht man die scharte zwischen dem mittleren und nördlichen gipfel. hier beginnt die sehr schöne kletterei an fantastisch festem und kletterfreundlich geschichtetem granit. ZS, III, 3½h
material: 30m-seil, schlingen, 4 express, cams #0,4 bis #1
angetroffene verhältnisse am 6.september 2021:
nordseitig liegt bereits einiges an ungebundenem neuschnee, was das vorwärtskommen etwas behinderte. ansonsten perfekte verhältnisse.
keine weiteren seilschaften in dieser route
abstieg:
vom gipfel durch eine rinne rechts des nordwestgrates absteigen oder abseilen. zuoberst wurde ein sehr guter abseilstand eingereichtet, während man dann in der rinne nur noch auf zwei sondi- und einen einzelnen inoxhaken stösst. je nach verhältnissen kann aber auch gut zu fuss abgestiegen werden. von hier verfolgt man den firngrat zum mittleren tierberg und steigt anschliessend in die tierberglücke ab. nun über den gletscher zur tierberglihütte und auf markiertem weg zum umpol.
überschreitung hinter tierberg süd-nord: beim aufstieg kann man ob schwendili ständig den schönen tällistock bewundern
überschreitung hinter tierberg süd-nord: von der trifthütte aus zeigt sich der formschöne chilchlistock
überschreitung hinter tierberg süd-nord: die lawine hat ein kunstwerk geschaffen
überschreitung hinter tierberg süd-nord: bei der trifthütte: dank übernachtungsmöglichkeit in zelten ein wenig expeditionsatmosphäre
westgrat telltistock: als nachmittagsbeschäftigung empfiehlt sich die schöne klettertour über den W-grat des telltistockes... (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: ...mit fantastischem tiefblick zum triftsee
überschreitung hinter tierberg süd-nord: schönes abendlicht
überschreitung hinter tierberg süd-nord: die schwemmebene unterhalb der trifthütte
überschreitung hinter tierberg süd-nord: sonnenuntergang hinter dem furtwangstock
überschreitung hinter tierberg süd-nord: wolkenspiel über dem windegghorn (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: gut markierter einstieg zur kletterei durch den felsriegel auf ~2940m
überschreitung hinter tierberg süd-nord: je nach schneesituation kann das überklettern des randspaltes etwas lästig sein (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: kletterei am westgrat (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: tiefblick über den westgrat
überschreitung hinter tierberg süd-nord: blick vom gipfel zur steilen ostkante des schneestockes
überschreitung hinter tierberg süd-nord: abklettern über den nordgrat (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: ein ständiges auf und ab (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: hie und da auch ganz kurze umgehungen
überschreitung hinter tierberg süd-nord: gegen die scharte hin müssen ein paar türme überklettert werden
überschreitung hinter tierberg süd-nord: blick zur südflanke des nordgipfels
überschreitung hinter tierberg süd-nord: diese besteht aus erstklassigem granit
überschreitung hinter tierberg süd-nord: der verbindungsgrat im überblick: nordseitig liegt einiges an neuschnee
überschreitung hinter tierberg süd-nord: im osten zeigt sich der wild gezackte SSW-grat des gwächtenhorns
überschreitung hinter tierberg süd-nord: der abstieg vom nordgipfel zum tierbergsattel (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: auf dem tierbergsattel mit blick zum nordgipfel (©rl)
überschreitung hinter tierberg süd-nord: auf dem mittler tierberg, welcher nur eine schneeschulter im firngrat darstellt (©rl)
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