kleinstes spannort | falkenturm
via südcouloir ins nordkamin
25.08.22
die optisch sehr attraktive spannortgruppe besteht hauptsächlich aus vier gipfeln: adlerspitze, gross spannort, chli spannort und falkenturm (kleinstes spannort). die einzige regelmässig besuchte tour ist der normalweg auf den gross spannort, während alle anderen anstiege aufgrund des äusserst unzuverlässigen gesteins praktisch nicht mehr begangen werden. der kleinste spannort (auch falkenturm genannt) hat möglicherweise seit fünfzig jahren keine besucher mehr gesehen!
die wenigen internet-autoren, die behaupten den falkenturm besucht zu haben,
sind mit den skis zur südwand des östlichsten vasallen aufgestiegen und anschliessend noch die paar wenigen meter hochgekraxelt. dieser kleine, losgelöste turm wird im volksmund "wintertürmli" genannt und hat ausser der nachbarschaft nichts mit den beiden falkentürmen zu tun.
zustieg:
von der brücke über den goretzmettlenbach (1614m) im meiental auf der alpstrasse nordwärts zum kleinen gebäude beim altboden, weiter alles dem rossbach entlang auf schafwegen via rossblätzen und rotgand um den juzfadstock herum zum gletschervorfeld des rossfirns. über bandsysteme auf den gletscher und anschliessend von diesem über felsstufen und unsäglich rutschiges geröll zum eingang des steilen südcouloirs, das in die scharte zwischen chli spannort und falkenturm führt. (T4, 3½h)
route:
nun heikel durch das sehr steile couloir auf schutt und an instabilen felsen in die enge scharte (T6).
von der scharte ganz kurz in brüchigen felsen aufwärts zum offensichtlichen sims, der ausgesetzt nach rechts führt. dann in (für spannort-verhältnisse) akzeptablem felsen circa 30m nach rechts ins nordcouloir, das zwischen den beiden falkentürmen aufwärts leitet. in diesem ohne grössere schwierigkeiten bis
kurz unter die scharte, wo man nach rechts hält und so einen kleinen sattel erreicht. nochmls um die kante und in einem weiteren kurzen couloir auf den hauptgipfel des falkenturms. (1h)
um anschliessend noch auf den ostgipfel zu gelangen, seilt man zum klemmblock in der erwähnten scharte ab und klettert durch eine kurze steile rissverschneidung auf den zweiten gipfel (wo wir ein kleines steinmännchen errichtet haben).
material: 2x60m-seile, schlingen, cams #0,4 bis #2, keile, schlaghaken
angetroffene verhältnisse am 25.august 2022:
alles trocken, aber auch sehr brüchig. für den aufstieg durchs couloir würde man sich trittfirn wünschen, allerdings darf auf der nordseite trotzdem kein schnee mehr liegen.
selbstverständlich keine weiteren seilschaften an diesem berg, wie nicht anders zu erwarten
abstieg:
wir haben absolut keine begehungsspuren gefunden, ausser den steinmann auf dem hauptgipfel. daher bauten wir die benötigten abseilstände. wie lange die allerdings in brauchbarem zustand bleiben, ist fraglich...
vom hauptgipfel wie gesagt per abseilen (klemmkeil mit verlängerungsschlinge) in die scharte mit dem klemmblock, resp. vom ostgipfel
westwärts durch die aufstiegsverschneidung zum gleichen klemmblock abklettern (wir fanden auf diesem etwas tieferen gipfel keinen genügend stabilen fels für einen abseilstand). vom klemmblock (schlingenstand) 60m durch's couloir abseilen zur kante, von wo man über den sims zurück zur hauptscharte klettert. hier wiederum an klemmblock (schlingenstand mit verlängerung) südostwärts abseilen zum wandfuss des chli spannorts, wo wir nur einen etwas unzuverlässigen stand mit einem schlaghaken und einem klemmkeil bauen konnten. über das anschliessende geröll und kurze felsstufen soweit wie möglich abseilen, anschliessend bis vor die letzte wandstufe oberhalb des gletschers absteigen und wenig nach südosten zum letzten schlingenstand an einem guten zacken. von hier bis knapp oberhalb des gletschers, ein paar wenige meter müssen noch mit abklettern überwunden werden.
kleinstes spannort / falkenturm: bei der morgentlichen fahrt richtung sustenpass grüsst das schöne wendenhorn
kleinstes spannort / falkenturm: fast versteckt das wintertürmli, dann die zwei falkentürme, chli spannort und vorne juzfadstock
kleinstes spannort / falkenturm: nach der rotgand geht's hier durch
kleinstes spannort / falkenturm: auf bändern über das gletschervorfeld
kleinstes spannort / falkenturm: die beiden falkentürme grüssen
kleinstes spannort / falkenturm: wintertürmli, falkentürme und chli spannort vom rossfirn aus gesehen
kleinstes spannort / falkenturm: zunächst über gut gestufte felsen, dann duch schutt bis zur felsinsel (rotes dreieck) beim eingang des couloirs
kleinstes spannort / falkenturm: ab der felsinsel beim roten dreieck wird der weiterweg heikel
kleinstes spannort / falkenturm: der sims, der von der scharte in die nordwand hineinführt
kleinstes spannort / falkenturm: im nordcouloir
kleinstes spannort / falkenturm: blick zum chli spannort, im vordergrund rechts der ostgipfel des falkenturms
kleinstes spannort / falkenturm: blick zu den engelberger bergen und zu den schönen klettereien in der westwand des schlossberges
kleinstes spannort / falkenturm: blick aus der scharte
kleinstes spannort / falkenturm: im abstieg seilen wir durch das heikle couloir ab
kleinstes spannort / falkenturm: vor allem nach schneefall sind chli spannort und falkenturm äusserst attraktiv (© michael schatzmann)
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