rheinwaldhorn (adula)
überschreitung puntone dei fraciòn, rheinquellhorn, vogelberg und lògia zum rheinwaldhorn ("via dell'amicizia")
16./17.07.17
da ich den rechten arm infolge der schulteroperation immer noch nicht richtig einsetzen kann und zudem solo unterwegs bin, wähle ich mir eine einfache tour aus, die nicht allzu anspruchsvolle kletterei verlangt. da ich mich hier in äusserst einsamen gelände bewege, ist die ganze sache trotzdem attraktiv. ich begegne in den zwei tagen bis auf den gipfel der adula keinem einzigen menschen...
zustieg:
vom malvaglia (366m) im valle di blenio am besten per autostop in's val malvaglia nach dandrio (1220m). ein zehnminütiger fussmarsch bringt einem nach fontané (1291m), wo eine erste brücke über den orino führt.
von hier gibt es zwei möglichkeiten, zur alpe di piotta zu gelangen: entweder gleich rechts hoch zum stall bei pt.1552 oder angenehmer, wenn die sonne vom himmel brennt, zunächst dem fluss entlang nach büsen (~1340m) und hier steil durch den wald hoch nach piano san martino (1577m). auf der landeskarte meint man, nun wieder südlich etwas absteigen zu müssen, doch gleich hinter den gebäuden von san martino gibt's einen guten weg, der direkt ostwärts nach soregn (1770m) geht. weiter zur grossen alpe di piotta (2074m) und nun auf schwach ausgeprätem weg richtung alpe di giumello. bei tana di fi, wo der weg langsam abwärts zu führen beginnt (~2140m), steigt man nordöstlich weglos via pascole und ganna di pian laghei gegen den passo di giumello (2957m) an. wenn man die augen offen hält, entdeckt man durch die steilstufen immer wieder schaf- und gemswege, sodass man ziemlich direkt hochgehen kann. zum schluss führt etwas mühsames geröll auf den pass. (T4, 3½h)
der direkte aufstieg zum puntone dei fraciòn (3202m) scheint möglich, doch da ich zur zeit nach einer schulteroperation nur einen arm richtig brauchen kann, schreckt mich die steilstufe vor pt.3095 ab (geschätzte IVer-kletterei). also steige ich nach NE ab, quere den ghiacciaio de stabi und kraxle auf dem offensichtlichen bändersystem in den roten und grauen felsen der südwand des pizzo de stabi zu dessen ostgrat hoch. auf der kleinen terasse vor dem ostgrat bietet sich mir ein moosbedeckter und nordwindgeschützer biwakplatz an, incl. fliessend wasser aus zwei schneefeldern.
route:
anderntags geht's über den schönen ostgrat auf den pizzo de stabi (3136m), meist gehgelände, einige stellen II. die über-hängende scharte kann entweder mit einem beherzten sprung überwunden werden, oder man steigt links etwas ab, um den grat durch eine verschneidung wieder zu erlangen. einfaches gehgelände leitet zum pass de stabi (3068m). eine blauweisse markierung und eine abseilstelle deuten an, dass hier durch das brüchige couloir richtung osten abgestiegen werden könnte; ob auch ein aufstieg möglich wäre, weiss ich nicht. jedenfalls sieht es äusserst unangenehm aus, falls kein schnee mehr liegt.
hier lohnt es sich, per kurzem abstecher nach süden den gestern verpassten puntone dei fraciòn zu besuchen (T4, knappe ½h) und die fantastische aussicht zu bewundern. in einer weiteren viertelstunde ist man zurück beim pass.
nun geht's nordwestwärts über den zapportpass (3045m) zum rheinquellhorn (3200m), wiederum ein fantastischer aussichts-punkt (T4, ¾h). man sieht vom monte rosa über mischabel, weisshorn und berner alpen und auf der anderen seite über piz kesch, berninagebiet und ortler bis zu den bergeller granitzacken.
mit leichter kraxlerei über zwei weitere schwach ausgeprägte türme kommt man zum vogelberg (3218m). (T4, 1/4h).
zum pizzo cramorino ist's wiederum einfach (T5, ¼h), die steilstufen werden meist südseitig umgangen (schwache wegspuren).
der abstieg vom diesem gipfel ist etwas links der kante in unangenehmem schotter (wegspuren), der aufsteig zum pizzo baratin kurz und einfach. (T3, ¼h)
in's nun folgende vogeljoch (2917m) geht's steil hinunter, eine steilstufe wird in schönem fels auf der ostseite abgeklettert (II). im aufstieg zum lògia (3080m) kann man viele gemsen bewundern. (T5, ½h)
der abstieg in den passo dei cadabi (2915m) ist bis auf eine sehr lästige stelle am schluss einfach. die letzten anderthalb meter vor dem wegerodierenden sandgrat sind ganz rutschig, doch darf der schmale sandgrat nicht verfehlt werden, da es auf beiden seiten unhaltbar steil hinuntergeht. (T3, ¼h, eine stelle T6)
hier beginnt die "via dell' amicizia" über den SE-grat auf die adula. mehr oder weniger alles entlang des grates, manchmal nach rechts ausweichend, erreicht man den vorpipfel bei pt.3348 und schliesslich das rheinwaldhorn (3402m). für einen detaillierten beschrieb sowie das topo siehe den hochtourenführer "bündner alpen" von silbernagel/wullschleger. infolge meiner lädierten schulter umgehe ich den roten turm rechts in sehr unangenehmem brüchigem gestein. (meistens II, einige stellen III, am roten turm auch IV; 2h)
angetroffene verhältnisse am 16./17.juli 2017:
alles perfekt trocken, nur frühmorgens auf der schattenseite infolge des starken nordwindes etwas unangenehmes wassereis.
keine weiteren leute in dieser route
abstieg:
über den WSW-grat führt ein gelegentlich klettersteigartiger weg zum laghetto dei cadabi (2648m), unverfehlbar mit tausenden von blauen punkten markiert. von hier verschiedene möglichkeiten, um in's tal zu kommen. ich wählte den weiterweg zur capanna adula UTOE (2h ab gipfel) und weiter über die endlose alpstrasse zur diga di luzzone (nochmals 2h), wo um 16:35 der letzte bus (stand sommer 2017) nach aquilesco ghirone fährt..
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: die übersicht von dandrio zum piz de stabi (erster tag)
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: die übersicht vom piz de stabi zum rheinwaldhorn (zweiter tag)
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: die übersicht vom rheinwaldhorn zum lago di luzzone (zweiter tag)
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: diese brücke führt über den orino nach büsen
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: alpe soregn
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: von der alpe di piotta scheint's nicht mehr weit, doch noch sind es 1200hm
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: durch die steilstufen führen meistens schaf- oder gemswege
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: wilde türme auf dem passo di giumello
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: das offensichtliche bändersystem in der südflanke des pizzo de stabi
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: biwakfreuden
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: der puntone dei fraciòn im ersten morgenlicht
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: auf dem puntone dei fraciòn
puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: vom zapportpass führen spuren im schnee zum vogelberg hoch, schöner geht's über den grat
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: auf dem vogelberg
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: vom pizzo cramorino ist der weitere verlauf des grates gut ersichtlich
gesamte überschreitung zum rheinwaldhorn: der SE-grat des rheinwaldhornes mit der "via dell'amicizia" vom pizzo baratin aus gesehen
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: viele gemsen im aufstieg zum lògia
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: die äusserst unangenehme stelle beim abstieg vom lògia zum sandigen grat
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: auf dem passo de cadabi, wo die "via dell' amicizia" beginnt
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: das gipfelkreuz auf dem rheinwaldhorn
gesamte überschreitung ab puntone de fraciòn zum rheinwaldhorn: wer findet den blauen punkt auf dem abstieg über den WSW-grat?
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