schreckhorn
südpfeiler
23.07.21
endlich sicheres hochdruckwetter mit gewitterfreien nächten: da lässt sich etwas längeres planen. der schreckhorn südpfeiler soll ja aus wunderbarstem roten gneis bestehen und tolle kletterei bieten.
zustieg:
zunächst heisst es mal, den unendlich langen weg zur schreckhornhütte hinter sich zu bringen. da gewitterfreie nächte angesagt sind, entscheiden wir uns, gleich noch etwas weiter zu gehen und oberhalb der alten hütte zu biwakieren. auf der felsrippe zwischen den beiden schneefeldern fanden wir auf ~2730m fantastische biwakplätze mit fliessend wasser. 5½h
route:
anderntags geht's im dunkeln steil hoch zum gaagg. immer noch auf der normalroute den schreckfirn traversierend erreicht man die randspalte auf ~3400m unterhalb der ehemaligen schneerampe. 1¼h
während der normalweg nun nach links auf die schwach ausgeprägte rippe zieht, steigt man für den "pfeiler" rechtshaltend in die schöne südwand ein. zunächst peilt man die rippe gleich links des grossen couloirs an und steigt dieser entlang hoch. die steilsten partien umgeht man rechts und erreicht so die hier ansetzende parallelrippe. eine verschneidung führt zu etwas flächerem gelände unterhalb des wunderbaren grossen steilaufschwungs aus rotem fels. etwas nach links unter die rissverschneidung, dieser entlang hinauf bis unter den überhang und anschliessend ausgesetzt wenige meter nach rechts zu standplatz. der nächste steilaufschwung wird kurz rechts umgangen, um sogleich wieder zurück zur kante zu wechseln, die hier mit allerschönstem fels aufwartet. nach circa 2 seillängen erreicht man ein kleines band, wo der steile schlusskamin ansetzt. dieser kamin zeigte sich vereist, doch konnten wir uns aussen hochspreizen. anschliessend über einen letzten aufschwung zum vorgipfel und in wenigen minuten zum hauptgipfel. untere zwei drittel meist III bis IV; oberstes drittel V bis VI-, 4½h
material: 40m-seil, schlingen, 4 express, cams #0,4 bis #1.
lässt sich gut in bergschuhen klettern
angetroffene verhältnisse am 23.juli 2021:
der niederschlagsreiche juli hat auch in dieser südwand seine spuren hinterlassen: die unteren zwei drittel mussten wir mit den steigeisen klettern. im steilen oberen teil dann konnten wir uns der eisen entledigen und die fantastische kletterei geniessen. allerdings machte uns ein mässiger bis starker SW-wind sehr zu schaffen, mit tauben fingern war es gar nicht so einfach, die teilweise kleinen griffe zu halten. mit warmen und schneefreien verhältnissen sollte die tour in etwa 1h weniger zu klettern sein.
keine weiteren seilschaften in dieser route
abstieg:
entlang der normalroute über den W-grat abklettern (wäre auch zum abseilen eingerichtet - dann würde man ein 50m-seil benötigen. doch da es sich um schöne und einfache kletterei handelt, ist abklettern schöner und effizienter).
schreckhorn südpfeiler: ochs, gross fiescherhorn und walcherhorn grüssen im aufstieg
schreckhorn südpfeiler: später dann finsteraarhorn, agassizhorn und fieschergrat
schreckhorn südpfeiler: im rücken der eiger mit dem mittellegigrat und der schönen SE-wand
schreckhorn südpfeiler: hinter der schreckhornhütte versteckt sich das schreckhorn in einer quellwolke
schreckhorn südpfeiler: fantastisch gelegener biwakplatz
schreckhorn südpfeiler: der ungefähre routenverlauf
schreckhorn südpfeiler: rechtzeitig für's erklettern der steilen längen kommt die sonne: in der rissverschneidung (V)
schreckhorn südpfeiler: die sensationell schönen gneisplatten am anschliessenden grat (V)
schreckhorn südpfeiler: im schlusskamin (VI-)
schreckhorn südpfeiler: der letzte aufschwung unterhalb des vorgipfels (IV)
schreckhorn südpfeiler: bei bissigem wind auf dem vorgipfel, das strahlegghorn wirkt winzig
schreckhorn südpfeiler: grosse gletscherspalte auf dem schreckfirn
schreckhorn südpfeiler: zusammen mit den seilschaften vom normalweg zurück auf dem gaagg
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