mont ruan
überschreitung ost-west
26.07.21
eine der schönsten überschreitungen im wallis ist eine ganz unbekannte tour im gebiet der dents du midi: interessante kletterei, schöne firngräte, luftige himmelsleitern sowie ständig wechselnde landschaften und aussichten. diese überschreitung der superlative fristet zu unrecht ein schattendasein. (hochtour für SAC pilatus)
zustieg:
von champéry via bonavau und pas d'encel zur liebevoll geführten cabane de susanfe. merci fabienne!
auch möglich ist der zustieg von salvan via
lac de salanfe und col de susanfe oder von la creusaz oberhalb les marécottes via col de la golette und col de susanfe.
route:
gleich gegenüber der hütte ist ein erstes felsband zu überwinden. da der durchschlupf im dunkeln schwierig zu lokalisieren ist, sollte man die wenigen minuten rekognoszierung unbedingt am vorabend unter die füsse nehmen: von der hütte ins tal der la saufla absteigen und links eines markanten, vorstehenden felsens aufs erste band hochsteigen (steinmänner). nun wenige meter nach westen und durch eine nasse verschneidung hoch zu einer verankerungsstange.
südwärts bis an den nächsten felsriegel ansteigen (steinmänner) und entlang der felsen weiter waagrecht nach süden queren. eine mit fixseilen versehene markante rampe führt zu den schnee- oder geröllfeldern unterhalb der grande pente.
nun wird die routenfindung einfach: zunächst östlich zur grande pente, dann südöstlich über diese steil auf die ebene des glacier du mont ruan unterhalb des col de la tour salière (2811m) aufsteigen. 2¼h
für das erklimmen des pt.2889 wählt man die offensichtliche schwachstelle des berges auf der nordseite. zwar ist das gestein nicht über jeden zweifel erhaben, doch die üppige absicherung mit vertrauenswürdigen bohrhaken lässt einem stressfrei hochsteigen: zunächst gerade aufwärts bis zu einem band, etwa zwanzig meter nach rechts, wiederum gerade hoch und nun auf einem plattigen quergang weiter nach rechts, wo sich auf dem schwach ausgeprägten pfeiler der letzte stand befindet. ab hier am kurzen seil zunächst gerade hoch und auf einem offensichtlichen band nach links an den grat. nun verfolgt man alles den sehr aussichtsreichen grat zum grand ruan (3056m) und weiter zum mont ruan (3044m), wobei man sich vor grossen nach norden überhängenden wächten in acht nehmen muss. 1½h
von diesem gipfel geht's wenig über geröll nach WNW zu einem ersten abseilstand
(wegspuren). an diesem etwa 5m abseilen und auf dem geröllband nach norden zum zweiten abseilstand queren (nicht weiter in die steinschlagrinne abseilen!). vom zweiten stand seilt man nordwestlich (von oben gesehen rechts des pfeilerkopfes) 25m auf steiles, aber gangbares gelände ab und quert unterhalb der felsen zurück zum grossen schneehang, der sich nach westen öffnet. man steigt zum pass ab und erklimmt anschliessend den petit ruan (2846m) entlang des grates auf schneefeldern und plattigen, aber einfachen felsen. 1½h
material: 50m-seil, schlingen, 6 express
angetroffene verhältnisse am 26.juli 2021:
perfekter können die verhältnisse gar nicht sein: im aufstieg zum pass erstklassiger trittfirn, die felsen wo nötig trocken, die firngräte in bestem zustand, im abstieg leicht aufgeweichter sulz, der einem knieschonend ins tal kommen lässt.
keine weiteren seilschaften in der route
abstieg:
vom petit ruan weiter entlang des grates via pt.2774 und pt.2788 zu den geröllfeldern. hier führen wegspuren (steinmänner) zum col des ottans (2498m), wobei wir kurz vor dem pass noch über ein steiles schneefeld absteigen mussten.
vom col zunächst circa 100m nach nordwesten, bis eine steile rippe zum einstieg in die échelles des ottans (~2400m) leitet. zunächst klettersteigartig, dann auf schrofen zu den schneefeldern des ehemaligen glacier des ottans und über diese ungefähr entlang des wanderweges ins tal der safla absteigen. mit einem geübten auge kann man das grosse "S" zwischen 2200 und 2000 auch abkürzen: die platten weisen an einigen orten abkletterbare durchschlüpfe auf. östlich der kraftwerksbauten zum weg bei pt.1964 hochsteigen. 1¾h
von hier auf dem hüttenweg zurück nach bonavau.
überschreitung mont ruan E-W: der grand und der petit ruan wären bei schönem wetter bereits von bonavau aus zu sehen
überschreitung mont ruan E-W: ebenso vom attraktiven hüttenweg beim pas d'encel aus (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: spezielle erosionsformen beim giétroz du fond
überschreitung mont ruan E-W: die cabane de susanfe auf 2101m (©kat)
mont ruan: den durchschlupf durch's erste band gleich vis-à-vis der hütte sollte man unbedingt am vorabend auskundschaften (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: auf dem schneefeld, das zur grande pente führt
überschreitung mont ruan E-W: steil aufwärts auf der grande pente (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: erste sonnenstrahlen auf dem grand und petit ruan
überschreitung mont ruan E-W: gut sichtbar die schwachstelle des berges, wo die kletterei hochführt
überschreitung mont ruan E-W: perfektes timing: mit der ersten sonne am einstieg (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: die kletterei beginnt (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: im ersten quergang
überschreitung mont ruan E-W: im zweiten quergang, der zugleich die schwierigste kletterlänge darstellt
überschreitung mont ruan E-W: nachher nehmen die schwierigkeiten deutlich ab, leider aber auch die gesteinsqualität (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: am grat angekommen
überschreitung mont ruan E-W: im hintergrund der tour salière (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: eine schneeflanke führt zum schönen firngrat
überschreitung mont ruan E-W: kurzes biancograt-feeling (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: fantastische aussicht vom gipfel zum mont blanc...
überschreitung mont ruan E-W: ...und zur aiguille verte, les droites und les courtes. unten der lac d'émosson (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: der verwächtete firngrat führt im abstieg vom gipfel...
überschreitung mont ruan E-W: ...zu den beiden abseilständen
überschreitung mont ruan E-W: nicht in die steinschlagrinne, sondern nach NW abseilen! (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: abstieg zum pass vor dem petit ruan
überschreitung mont ruan E-W: auch der petit ruan ist stark verwächtet (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: das steile schneefeld, das zum col des ottans führt
überschreitung mont ruan E-W: abstieg vom col des ottans zu den échelles des ottans (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: dank noch viel schnee angenehm abzusteigen
überschreitung mont ruan E-W: in den échelles des ottans (©rl)
überschreitung mont ruan E-W: die échelles des ottans nutzen diese natürliche naht im fels (©kat)
überschreitung mont ruan E-W: abstieg auf dem ehemaligen glacier des ottans (©kat)
mont ruan: zurück auf dem hüttenweg oberhalb der kraftwerksbauten kann man nochmals die ganze überschreitung bewundern (©rl)
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