ruchen-glärnisch
ruchenpfeiler (nordpfeiler)
06.08.15
wir wagen uns wieder mal an einen glarner-klassiker, obwohl wir schon mehrmals von der gesteinsqualität in diesem teil der alpen enttäuscht wurden: der über 1000m hohe direkte nordpfeiler am ruchenglärnisch hat es uns schon lange angetan...
zustieg:
vom staudamm des klöntalersees führt eine strasse hoch zum hinter saggberg (1050m). gleich ausgangs wald vor der grossen ebene parkieren und nun vorerst auf kiesstrasse nach tschingel (1144m) und weiter auf wanderweg via vorder schlattalpli bis mittelstafel (1450m). nun verfolgt man den weg, der nach ahoren führt, weiter, zweigt aber nach dem wald südlich gegen das chalttäli an. entlang einer wasserleitung ist eine schwache wegspur auszumachen. oberhalb der felsstufen verlässt man nun die wegspuren, quert den bach und steigt via sätz auf die munggenplanggen. hier wendet man sich westlich, um auf die darliegg (1798m) zu gelangen. die erste kurze felsstufe wird an geeigneter stelle durchklettert (III), um anschliessend über äusserst steile grasplanggen (bis 55°) auf den aussichtsreichen rücken zu gelangen. nun entlang des grates, ein paar felstürme links umgehend, zum einstieg am pfeilerfuss (1919m). 3h
route:
der offensichtliche einstieg weist zusätzlich einen stand aus schlaghaken auf. direkt über den steilen grat hinauf, durch eine schlucht nach links, um anschliessend schräg rechts haltend wieder den grat zu erreichen. gerade über die nächsten steilstufen, die ständig wieder von kleineren oder grösseren geröllbändern unterbrochen werden. die schwierigen passagen werden immer wieder in rissverschneidungen angegangen, die schöne kletterei in gutem fels aufweisen (V). hingegen bieten die leichteren passagen eher unzuverlässigen fels an. nach der dritten rissverschneidung gelangt man wiederum auf ein band unter einer mächtigen steilstufe in flechtigem fels. man wendet sich ca. 50m nach rechts (steinmann), wo man diese steilstufe wieder links zurücksteigend leicht umgehen kann. hier endet der helle graue kalk, es beginnt der letzte drittel in braun-rotem, sprödem fels. in die gerade oberhalb ansetzenden unangenehm "gschüdrigen" schlucht führt ein fixseil. wir zogen es vor, weiter nach links zu queren, um auf der linie der erstbegeher weiterzuklettern. ein brüchiger grat, unterbrochen durch scharten und kurze wandstellen, führt nun über ca. 300 hm an die kurze gipfelwand. vor allem die ersten zwei seillängen weisen steile, heikle kletterei auf. nach zwei scharten und einer weiteren wandstelle legt sich der grat zurück, von einem kleinen turm kann abgeseilt oder steil abdrängend abgeklettert werden (heikel). so erreicht man die gipfelwand, die nochmals schönen grauen kalk aufweist. zunächst zwei seillängen schräg rechts aufwärts, um die beiden kurzen überhänge linkshaltend zu erklettern (IV) und so den gipfelgrat zu erreichen. 7½h
material: 40m-seil, 1 set keile, cams #0,5 bis #2, viele (verlängerungs-)schlingen
angetroffene verhältnisse am 6.august 2015:
nach der langen schönwetterperiode präsentiert sich die ganze wand in trockenem zustand. alle firnfelder sind weggeschmolzen. es ist so warm, dass wir trotz der nördlichen ausrichtung den ganzen tag im T-shirt unterwegs sind und trotzdem ins schwitzen kommen.
beim imposanten, über 1000m hohen nordpfeiler des ruchen-glärnisch handelt es sich um eine äusserst eindrückliche linie in leider typisch glarnerischem fels: die passagen in festem gestein lassen sich an einer hand abzählen. klettern in nicht immer zuverlässigem fels sollte einem also nicht allzuviel kopfzerbrechen bereiten. grenzwertig ist der braun-rote grat im oberen drittel; obwohl er zwar nur leichte kletterei aufweist, benötigten wir die halbe kletterzeit für diesen teil: jeder griff und jeder tritt will auf seine brauchbarkeit überprüft werden...
keine weiteren seilschaften in dieser route
abstieg:
entlang des SE-grates bis in den sattel vor pt.2861, anschliessend richtung westen über schöne platten und ein paar kleinere felsstufen auf den glärnischfirn absteigen. über diesen auf den normalweg des vrenelisgärtli.
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die ungefähre routenführung im über 1000m hohen nordpfeiler des ruchen-glärnisch
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): der weg auf die darliegg mit dem einstieg in das felsband
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): erstes morgenlicht in den grasplanggen der darliegg
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die wunderschön gelegene darliegg im morgenlicht, der aufstieg kommt von rechts her
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): der pfeiler von der darliegg aus
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die einstiegslänge
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): gleich zu beginn nicht allzu fester fels
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): immer wieder: routenstudium - der weg ist nicht allzu einfach zu finden
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die erste von drei schönen wandabschnitten mit toller kletterei in gutem fels
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): dieser steinmann am ende des grauen kalks weist den weg nach rechts
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): von hier aus nach oben blickend sieht man gerade oben die schlucht, links den braun-roten grat
ruchenpfeiler): die scharte im braun-roten grat, die man entweder über den grat oder vermutlich auch durch die schlucht erreicht
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die wandstelle nach der zweiten scharte im braun-roten grat
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): immer wider tolle tiefblicke zum klöntalersee
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): der brüchige braun-rote grat
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): ankunft am gipfelgrat mit dem klöntalersee im hintergrund
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): der braun-rote grat von oben gesehen
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): versteinerte meerespflanzen im abstieg
ruchenpfeiler (ruchen-glärnisch): die hohen temperaturen lassen die gletscher im schnellzugstempo schmelzen
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