doldenhorn
ostgrat
26.06.23
vor drei jahren hat uns ein frühmorgentliches gewitter davon abgehalten, diese klassische grattour zu unternehmen. nun hoffen wir auf bessere wetterbedingungen.
zustieg:
von der fründenhütte (2560m) mit den sehr netten hüttenwartinnen kurz ab- und über den fründegletscher auf's fründejoch aufsteigen (2983m). (L, 1¼h)
route:
der grat ist in fünf abschnitte aufgeteilt.
1) zunächst führen ein paar relativ einfache, aber plattige seillängen eher rechts der kante hoch. die letzte länge auf den kleinen sattel (wo der mittelteil beginnt) führt in steiler kletterei gleich links der kante hoch (3 schlaghaken). diese passage könnte gemäss SAC-führer auch rechts umgangen werden.
2) der zweite abschnitt bis zur kanzel bietet die anspruchsvollste und steilste kletterei. für die erste länge klettert man wenige meter zu zwei schlaghaken gerade hoch, quert ein wenig nach links und verfolgt anschliessend nach einer steilen kletterstelle (gemäss SAC-führer IV, A0, lässt sich aber bestens auch frei erklettern) wieder die kante. ein luftiger verbindungsgrat führt an die nächste steilstufe. wiederum der kante entlang hoch. ein couloir wird nach links zu einer guten sanduhr durchschritten, durch eine brüchige kaminartige verschneidung geht's hoch richtung dem steilen gratabschluss vor der kante. sobald dieser senkrecht wird, quert man ausgesetzt, aber an fantasitschem fels und perfekten griffen nach links in die südwand und erreicht so die kanzel.
3) anschliessend legt sich der grat zurück und wird daher wieder einfacher. man klettert häufig ein ganz wenig rechts der kante.
4) zum schluss führt ein luftiger verbindungsgrat zu pt.3478, wo man auf die route vom galletgrat stösst. (S, IV. wir benötigten vom joch bis hierhin 3½h, da wir in anbetracht der auf 15 uhr prognostizierten gewitterzelle alles simultan kletterten, ausser den schwierigen drei längen im mittelteil. wenn man die ganze route durchsichert, würde die kletterzeit vermutlich um die 6h betragen.)
5) nun verfolgt man alles den firngrat bis auf den gipfel. eine erste felsstufe wird kletternd (1 bh), eine zweite mithilfe einer strickleiter überwunden. (ZS, 1h, mit besseren firnbedingungen auch schneller)
bewertung: E5, S+ (je nach verhältnissen auch SS), IV
material: 40m-seil, schlingen, 6 express, cams #0,3 bis #1 (ein kleinerer könnte auch noch hilfreich sein).
lässt sich gut in bergschuhen klettern
angetroffene verhältnisse am 26.juni 2023:
am grat selber perfekte verhältnisse, zudem steckt ungefähr alle 40m ein solider verzinkter M10-standbohrhaken. insgesamt trafen wir noch auf drei schneefelder, wobei nur das letzte leicht störend war.
der fründegletscher war wegen der warmen nacht trotz guten abstrahlverhältnissen nicht gefroren, wir konnten bis circa 2800m ohne steigeisen aufsteigen.
der firngrat von pt.3478 bis zum gipfel hingegen war dank oberlästigem bruchharst in äusserst unangenehmem zustand. vielfach brachen wir bis zu den knien oder gar hüften ein.
keine weiteren seilschaften in dieser route
abstieg:
auf dem normalweg nach nordwesten. zunächst über den gletscher bis zum leitereflüeli (pt.2975) absteigen. nun auf dessen nordseite richtung spitzen stein queren (stahlseil) und anschliessend entlang von schlecht sichtbaren wegspuren und markierungen richtung norden. beim spitzen stein selber hält man sich links und wendet sich nach nordwesten, wo man alsbald auf den ab hier gut ersichtlichen weg durch das trostlose geröll stösst, der zur schön gelegenen doldenhorn-hütte (1916m) mit dem symphatischen wirtepaar heidi und fritz führt.
doldenhorn ostgrat: das doldenhorn von der bergstation der öschinensee-bahn aus gesehen
doldenhorn ostgrat: gut sichtbar, wo die steine des sich langsam zersetzenden "spitzen steins" durchrollen
doldenhorn ostgrat: das schöne schwemmdelta am südöstlichen ende des öschinensees
doldenhorn ostgrat: der heisse aufstieg zur fründenhütte
doldenhorn ostgrat: der untere und mittlere teil des ostgrats im profil
doldenhorn ostgrat: frühmorgens auf dem fründejoch
doldenhorn ostgrat: blick zum ersten teil des grates
doldenhorn ostgrat: einfache, aber etwas plattige kletterei
doldenhorn ostgrat: pünktlich zum sonnenaufgang am beginn des zweiten gratabschnittes, wo die schwierigkeiten beginnen
doldenhorn ostgrat: im süden zeigt sich ständig das schöne bietschhorn
doldenhorn ostgrat: die zweite länge beim mittelteil besteht aus einem luftigen verbindungsgrat
doldenhorn ostgrat: hier geht's kurz nach links in die äusserst steile südwand, um die grosse kanzel zu erreichen
doldenhorn ostgrat: blick in die südwand mit der extrem-kletterroute "doldorphin" von bernd rathmayr und peter von känel
doldenhorn ostgrat: das weisshorn zeigt sich hinter dem hockenhorn
doldenhorn ostgrat: das geologisch interessante ferdenrothorn von seiner schönsten seite
doldenhorn ostgrat: beim dritten gratabschnitt angekommen
doldenhorn ostgrat: der vierte teil ist nochmals ein luftiger verbindungsgrat
doldenhorn ostgrat: der vereinigungspunkt mit dem galletgrat
doldenhorn ostgrat: kurz vor dem gipfel
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