lötschentaler breithorn
blanchet-grat (SSW-grat)
04.08.19
schon lange geistert der 600m lange und ebenso hohe blanchet-grat am lötschentaler breithorn in unseren köpfen herum. es soll sich dabei um grossartige genusskletterei handeln.
zustieg:
vorbei sind die zeiten, als man in einer guten stunde von der baltschiederklause (2783m) an den einstieg wandern konnte. der gletscher ist unterdessen so stark zurückgeschmozlen, dass man auf dem trostlosen geröll und dem steilen anstieg durch die haltlose moräne beinahe das doppelte an zeit einrechnen muss. auch lohnt es sich, den aufstieg durch die moräne am abend vorher auszukundschaften, da der optimale weg im dunkeln nicht allzu einfach zu finden ist (siehe foto). am besten bleibt man auf dem weg, der in die baltschiederlickea führt und quert erst bei den offensichtlichen platten nordwärts an den einstieg des grates bei circa 3080m. 2h
route:
eine kurze einfache länge führt vom einstieg (foto) bei einem steinmann auf den grat. nun alles mehr oder weniger entlang des grates an wunderbarem gneis, selten links ausweichend. die kletterei ist sehr anhaltend und häufig steil. während die bohrhakenwand einfach mit zwei p.a. überwunden werden kann, schluckt man beim kleinen wändchen mit der 3a-bewertung zunächst mal leer...
der steile aufschwung, der nach dem bohrhakenwändchen überwunden werden muss, wird zunächst auf der linken, dann auf der rechten seite erklettert. schliesslich erreicht man so pt.3525, wo der fels deutlich schlechter wird. es geht zunächst über brüchige partien an die schlusswand, wo man verschiedene varianten wählen kann. die von uns gekletterte offensichtliche verschneidung wartete dann aber im überhang mit einer lästigen und ziemlich schwierigen stelle auf.
ein gutes topo findet man wie meistens im topoführer von silbernagel/wullschleger (berner alpen). 4¾h
material: 40m-seil, schlingen, 6 express, cams #0,4 bis #1.
lässt sich gut in bergschuhen klettern
angetroffene verhältnisse am 4.august 2019:
perfekt trockene verhältnisse, im abstieg glücklicherweise noch bester trittfirn.
lässt sich gut in bergschuhen klettern
keine weiteren seilschaften in dieser route
abstieg:
vom ende des grates kann noch über firn auf das breithorn aufgestiegen werden. angesichts des aufgeweichten schnees bevorzugten wir den direkten abstieg über den rand des beichgletschers zum gredetschjoch, wo wegspuren und ein kurzer klettersteig auf den gredetschgletscher hinunter führen. alternativ kann auch abgeseilt werden. über den gletscher südwärts an die baltschiederlicka, zunächst entlang eines seiles, dann auf verbogenen bügeln und wegspuren hoch zur lücke (3219m). achtung: hier nicht direkt ins couloir einsteigen, sondern noch circa 5m höher richtung norden, wo steinmänner, drahtseile und eisenbügel auf die schnee- oder schutthänge oberhalb der moräne leiten. von hier auf dem vom zustieg her bekanntem weg zurück zur baltschiederklause.
blanchet-grat: der schöne blanchet-grat
blanchet-grat: hier geht's am besten hoch, um die oberkante der moräne zu erreichen
blanchet-grat: der einstieg liegt in der ostwand bei einem steinmann
blanchet-grat: die kletterei ist luftig... (©rl)
blanchet-grat: ...und steil... (©rl)
blanchet-grat: ...in bestem fels (©rl)
blanchet-grat: endlich an der sonne, die türme werden meistens überklettert
blanchet-grat: das bohrhakenwändchen, das mit zwei p.a. überwunden werden kann (©rl)
blanchet-grat: ständig fantastische aussicht zu den walliser riesen
blanchet-grat: abstieg zum gredetschjoch, links das nesthorn (©rl)
blanchet-grat: blick zurück zum gredetschjoch
blanchet-grat: aufstieg zur baltschiederlicka (©rl)
blanchet-grat: das wunderschöne und äusserst einsame gredetschtal (©rl)
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